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Kinderwagen, Babytragen und kindliche Belastung

Inhaltsverzeichnis

von Elizabeth Antunovic, 2009

Einleitung

Europa scheint die höchste Konzentration an Kinderärzten zu haben, die – um Druck auf den unreifen Körper zu vermeiden – empfehlen, Neugeborene und Babys flach auf den Rücken in einen Kinderwagen zu legen, anstatt zu tragen. Allerdings kann gerade das Lagern eines Babys auf dem Rücken allein in einem Kinderwagen entwicklungsmäßig Schwierigkeiten mit sich bringen und bedeutet physischen und emotionalen Stress.

Aufrecht mit einer guten Unterstützung der Beinchen getragen zu werden, ist nicht nur gesund für die Entwicklung, sondern wird oft auch von beiden, Mutter und Kind, bevorzugt. Das aufrechte Tragen optimiert das physische, emotionale und intellektuelle Wachstum des Kindes.

Die kindliche Entwicklung der Wirbelsäule

Unsere Wirbelsäule ist keineswegs perfekt gerade, auch wenn es von vorn oder von hinten so aussehen mag. Wenn man einen Menschen von der Seite betrachtet, werden vier leichte Krümmungen sichtbar, die ein doppeltes „S“ bilden. Diese Biegungen helfen, dass wir uns flexibel und ausbalanciert bewegen können. Sie ermöglichen auch, Belastungen zu absorbieren, denen unsere Wirbelsäule während des Tages ausgesetzt wird, durch Aktivitäten wie laufen, rennen und springen.

Zum Zeitpunkt der Geburt befinden sich Babys in einer Art Beugung, eingekugelt mit einer natürlicherweise gestreckten, durch das nach vorn gekippte Becken leicht c-förmigen (konvexen) Wirbelsäule.

Zunächst hat das Baby nicht die Kraft, seinen Kopf zu halten oder die Wirbelsäule in die ausbalancierte S-Form zu bringen. Aber schrittweise, während die Muskulatur im Nacken stärker wird, beginnt das Kind den schweren Kopf gegen die Schwerkraft anzuheben und eine Biegung entwickelt sich in seinem Nacken (Halskyphose), die dabei hilft, den Kopf zu tragen.

Wenn das Baby zu krabbeln beginnt, kippt das Becken nach hinten und die Muskeln unterstützen die Entwicklung der unteren Krümmung (Lendenlordose). Erst gegen Ende des ersten Lebensjahrs also gleicht die Wirbelsäule eines Kindes in der Form der eines Erwachsenen (Le Veau,1986).

Ein Baby entwickelt seine Doppel-S Wirbelsäule nicht über Nacht, sondern schrittweise.

Die Belastungen durch flaches Liegen

Durch das flache auf dem Rücken Liegen wird die - durch das nach vorn orientierte Becken leicht konvex geformte - Wirbelsäule in eine gerade Linie gedrückt, gegen seine natürliche Form.

Die Forschung hat gezeigt, dass so eine Streckung keine physiologisch gesunde Position für die Wirbelsäule eines Säuglings darstellt. Zusätzlich zur Belastung für die Wirbelsäule selbst, kann diese Position auch einen negativen Einfluss auf die Hüftentwicklung des Kindes darstellen (Kirkilionis, 2002).

Flaches Liegen führt zu physischen Verformungen

Den ganzen Tag flach auf dem Rücken liegen kann nicht nur zu Problemen bei der Hüftreifung führen. Kinder, die den ganzen Tag flach in einem Kinderwagen verbringen, stehen in Gefahr, einen Plagiocephalus (Schädeldeformationen, abgeflacht am Hinterkopf oder an der Seite) und Körperdeformationen mit einem herabgesetzten Muskeltonus zu entwickeln (Bonnet, 1998). Die Forschung (unterstützt von der American Academy of Pediatrics) zeigt,

“dass längeres Liegen auf einer harten Matratze oder in einem flachen Bett (wie in einem Kinderwagen) durch den dauernden Einfluss der Schwerkraft dazu führt, dass die Körperrückseite sich abflacht und sich so Fehlhaltungen sowie ein herabgesetzter Muskeltonus bilden (Short, 1996).”.

Diese Illustration basiert auf medizinischen Fotos (vorher/nachher), die Plagiocephalus bei einem Säugling zeigen, korrigiert durch einen Helm, der den Kopf neu formt.

Eine Existenz in Plastikschalen

Damit ist nicht gemeint, dass ein paar Spaziergänge mit dem Kinderwagen direkt verheerend für die physische Entwicklung des Kindes sind.

Aber die Wahrheit ist, dass das durchschnittliche westliche Baby im Alter zwischen drei Wochen und drei Monaten gerade mal gute zweieinhalb Stunden pro Tag getragen wird (Heller, 1996).

Am Ende tragen wir das Baby in der Babyschale zum Auto, durch die Geschäfte, es verbleibt dort zum Essen, wird wieder nach Hause und ins Haus getragen.* Von da aus geht es weiter in die Wippe, damit wir Abendessen vorbereiten können, während des Essens kommt das Kind in den Türhopser und von dort aus direkt zum schlafen in die Wiege.

Ein Großteil der westlichen Welt hat sich nach Jahrtausenden dahin entwickelt, dass irgendwelche Objekte den Aufenthaltsort unserer Babys bestimmen und nicht der mütterliche Körper.

alone baby sleeping in stroller with pacifier

Entgegen der landläufigen Meinung ist das Ablegen eines Babys auf dem Rücken auf einer harten, flachen Oberfläche weder besser für die Wirbelsäule noch ist es das, was der Körper erwartet oder woran er angepasst ist.

“Ein Neugeborenes von seiner Mutter zu nehmen und auf seinen Rücken oder Bauch auf eine flache Oberfläche zu legen, offenbart das Unverständnis für die Bedürfnisse des Kindes, gewiegt zu werden und von allen Seiten begrenzt zu sein und dass das Kind nur schrittweise an die Welt der offenen Räume gewöhnt werden sollte. Von der unterstützenden, andauernden Präsenz der Mutter aus sollte sich das Kind von allein Stück für Stück lösen." (Montagu, 1986)

*Die Autorin möchte in keinster Weise implizieren, dass eine Babytrage eine Autoschale beim Autofahren ersetzen sollte. Fahren Sie niemals Auto mit ihrem Kind in einer Babytrage.

Die Fötushaltung

Wenn man ein Neugeborenes flach auf seinen Rücken legt, zieht es normalerweise seine Beinchen an den Oberkörper (Schon, 2007) oder die Beinchen fallen – wenn es schläft – Frosch-ähnlich auseinander. Die Fötushaltung, die natürliche Haltung der Babys, ist die beruhigendste und adaptivste.

Diese kleinen Beinchen werden ganz natürlich an den Oberkörper gezogen. Neugeborene können ihre Beine aufgrund des nach vorn orientierten Beckens fast gar nicht nach unten austrecken, solange sie nicht gestreckt eingewickelt oder gepuckt werden.

Die instinktgesteuerte Anhock-Spreiz-Reaktion, die ein Kind zeigt, wenn es hochgenommen wird, zusammen mit dem Greifreflex, der einem Neugeborenen ermöglicht, sich an der Mutter festzuhalten, legt nahe, dass kleine Neugeborene dazu gedacht sind, aufrecht und ihrer Mutter zugewandt getragen zu werden.

Wenn das Baby hochgenommen wird, zieht es – solange es einen guten Muskeltonus hat – ganz automatisch seine Beinchen gegen den Bauch. Babys sind darauf angepasst, getragen zu werden.

Aufrecht, orientiert in Richtung ihrer Mutter ist das, was Säuglinge nach der Geburt als natürlichen Aufenthaltsort erwarten.

Wir können ähnliche Baby-Positionen bei Menschenaffen beobachten

Das Problem mit den Babyschalen

Wenn der Kinderwagen so geformt ist, dass er das Baby in eine leicht aufrechte Position (ähnlich wie die in einer Babyschale) bringt, mag diese zwar angenehmer für die leicht gekrümmte Wirbelsäule des Babys sein, weil diese durch die Schwerkraft nicht komplett flach gedrückt wird. Aber Kindersitze sind deshalb keine bessere Option, um Kinder darin außerhalb des Autos den Tag über mit sich herumzuschleppen.

Forschungen der International Chiropractic Pediatric Association zeigen, dass

Autositze dazu nicht ideal sind, aufgrund ihrer „eingeschränkten Haltungsmöglichkeiten, die sich negativ auf die Entwicklung des Craniums und der Wirbelsäule auswirken können“ (International Ciropractic Pediatric Assosiation).

Small baby sleeping in car seat alone

Den ganzen Tag in einem Autositz zu verbringen, ist nicht optimal für die Entwicklung des Bewegungsapparates, da Babys weniger Möglichkeiten haben, ihre Muskeln einzusetzen.

Dadurch, dass die Wirbelsäule in eine C-Form gezwungen wird, verhindern und verlangsamen diese Vehikel die natürliche Entwicklung der Wirbelsäule.

Babys haben es sehr schwer, die nötige Muskelkraft aufzubauen und ihre schweren Köpfe zu halten, wenn sie kaum eine Möglichkeit haben, diese gegen die Schwerkraft zu trainieren.

Positive physiologische Entwicklung

Wenn Babys aufrecht getragen werden, können sie Ausgleichsbewegungen mitmachen, die ihrer Muskulatur Kraft verleihen und zu immer mehr Kontrolle über ihre motorischen Fähigkeiten führen. Wenn die Mutter geht, anhält oder sich umdreht, muss der Körper des Kindes natürlicherweise gegen die Trägheit in der Schwerkraft arbeiten, um in seiner Position zu verbleiben.

Wenn die Mutter sich umdreht und nach der Tür greift, kompensiert dieses Baby die Bewegung und passt seinen Körper so an, dass es aufrecht bleiben kann.

Die Schwerkraft ist ein positives Element in der Kindesentwicklung, da sie dem Säugling erlaubt, von früh an zu lernen, den Kopf aufrecht und seinen Körper an die Mutter geschmiegt im Gleichgewicht zu halten.

Uneinigkeit beim aufrechten Tragen

Also warum behaupten manche, die horizontale Position wäre besser für das Baby?

Die physiologischen Argumente, warum ein Baby in den ersten Monaten nur horizontal transportiert werden sollte, entspringen vermutlich der Schlussfolgerung, dass die aufrechte Position zu belastend für die unterentwickelte Wirbelsäule und das Becken sei.

Auch wenn viele Kinderärzte Fürsprecher für „natural parenting“ sind, haben doch auch viele keine Erfahrung mit Babytragehilfen. Sie kennen evtl. aufrechte Tragehilfen der Achziger und Neunziger, die typischerweise keine ausreichende Stützung für den Kopf/Nacken liefern, mit engen Beinlöchern, die mehr an Fallschirmgurte erinnern und die Beinchen in keinster Weise stützen. Vielleicht haben die Ärzte so viele Babys vorwärts getragen gesehen, dass sie schlussfolgern, dass aufrechtes Tragen generell nicht gut sein kann.

Small baby in forward facing carrier in a hollow back position with legs unsupported

Tragehilfen, die das Kind in Fahrtrichtung schauen lassen, können es in ein unphysiologisches Hohlkreuz bringen. Dies – gepaart mit zu wenig Beinunterstützung – ist weit entfernt von der idealen Haltung für Babys.

Babytragen, die das nach vorn gerichtete Tragen unterstützen, lassen die Beinchen nach unten heraushängen, wodurch das eigentlich nach vorn gekippte Becken nach hinten kippt und die Wirbelsäule so in ein unphysiologisches Hohlkreuz gezwungen wird. .

Wenn das Baby nicht zum tragenden Erwachsenen gerichtet ist, verliert es seinen natürlichen Schwerpunkt. Der Druck verteilt sich auf seinen Schultern und den Oberkörper, oft werden dadurch die Schultern noch weiter nach hinten gezogen und das Hohlkreuz noch weiter verstärkt. Die Wirbelsäule des Babys wird aufgrund der schwachen Bauchmuskulatur und des Mangels an Beinunterstützung gestreckt und oft überdehnt.

Nach vorne zu tragen ist eine unphysiologische Position, die auch mehr Druck auf die inneren Oberschenkel und die Basis der Wirbelsäule bringt. Aufrechtes, nach außengerichtetes Tragen ist für das Baby sehr belastend. Auch wenn also das Kind beim nach vorne Tragen von der elterlichen Nähe profitiert, ist das eine Position, die keinerlei Stützung der Beinchen, der Wirbelsäule, der Hüfte und des Kopfes bietet, wenn das Kind einschläft.

Pucken und Hüftdysplasie

Auch wenn unendlich viele Vorteile psychologischer, emotionaler und physiologischer Art mit dem Pucken verbunden sind,

gibt es klare Beweise, dass ein Einbinden, wie z.B. bei den Navajos, bei dem die Beine zusammengebunden werden und keine Beugung des Knies oder der Hüfte möglich ist, zu Fehlstellungen führt (Crisholm, 1983).

Das Pucken hat große Vorteile. Wenn Du dich dafür entscheidest, solltest Du darauf achten, dass Du die Beinchen nicht gewaltsam streckst und dass das Tuch unterhalb der Hüfte des Babys locker wickelt wird.

Im Falle der Navajos wurde die Belastung der Hüfte nicht durch die aufrechte Position des Kindes herbei geführt, sondern durch die Beinstellung, die keine Anhockung und freie Spreizung erlaubt (Van Slewen, 2007). Aufgrund neuerer Informationen des Internationalen Instituts für Hüftdysplasie von 2012 wird Eltern dazu geraten, Tragehilfen zu vermeiden, bei denen die Beinchen gerade nach unten heraus hängen. Dr. Charles Price erklärt:

"Die ungesündeste Position für die Hüften im Säuglingsalter ist, wenn die Beine in Streckung gehalten werden, wobei die Hüften und Knie gerade sind und die Beine zusammengebracht werden, was das Gegenteil der fetalen Position ist. Das Risiko für die Hüften ist grösser, wenn diese ungesunde Position über längere Zeit beibehalten wird. Eine gesunde Hüftposition vermeidet Positionen, die eine Hüftdysplasie oder Luxation verursachen oder zur Entwicklung einer solchen beitragen können...

Die gesündeste Position für die Hüften ist, wenn die Beinchen (natürlich) zur Seite fallen oder auseinandergespreizt werden, wobei die Oberschenkel gestützt und die Hüften und Knie gebeugt werden. Diese Position wird als Jockey-Position, Spreizstellung, Froschposition, Spreiz-Anhock-Stellung oder Fötus-Position bezeichnet. Die freie Bewegung der Hüften, ohne sie zusammen zu zwingen, fördert die natürliche Entwicklung der Hüfte".

Das Tragen eines kleinen Säuglings, während er gewiegt wird, also quer über den Körper der Mutter in horizontaler Position liegt, mit zusammengelegten Beinen in einem Ringsling (oder einem Tragetuch), kann eine angemessene Unterstützung der Wirbelsäule bieten, doch ist diese Position nicht optimal für die Hüftentwicklung und längeres Tragen. Besonders dann, wenn das Kind eine grenzwertige Hüfte aufweist.

Die American Academy of Pediatrics veröffentlichte 2007 einen Überblick über das Pucken durch Van Slewen, der bestätigte, dass die Beinchen eines Kindes nicht zu eng gepuckt werden sollten. 1965 war die Anzahl der Fälle von Hüftdysplasie in Japan sehr hoch, da der Gebrauch eines bestimmten Wickeltuchs unter der Bevölkerung stark verbreitet war. Dieses Wickeltuch hielt die Beinchen eng beieinander. 1973, acht Jahre später, empfahlen japanische Ärzte den Müttern, „längeres Strecken von Hüfte und Knie in den ersten Lebenswochen zu vermeiden“. Sehr bald darauf berichteten Experten von einem starken Rückgang der Hüftdysplasie (van Sleven, 2007).

Einige Babys können bei der Geburt eine leichte Hüftdysplasie aufweisen, die unerkannt und undiagnostiziert bleibt. Diese Säuglinge würden enorm davon profitieren, wenn der Oberschenkel bis zur Kniekehle in einem Tragetuch oder einer breiteren Tragehilfe gestützt würde. In der M-Stellung sind die Kräfte auf das Hüftgelenk minimal, da die Beine gespreizt und gestützt werden und die Hüfte in einer stabileren Position ist. Die richtige Positionierung könnte sogar ein Baby mit schlechtem Tonus dazu ermutigen, sich selbst zu korrigieren. Dies hat enorme Auswirkungen.

Es ist klar, dass die richtige Haltung des Säuglings wichtig ist. Es ist sinnvoll, Säuglinge dazu zu ermutigen, ihre Hüften in einer gesunden Position zu halten, die die lockeren Bänder oder möglicherweise flachen Hüftgelenke weniger belastet. Ein guter, breitflächiger Tragegurt oder ein Tragetuch kann bei dieser gesunden Hüftposition helfen

Schädliches Hohlkreuz aufgrund fehlender Unterstützung der Beine in der Tragehilfe

Der Gebrauch von Wickelbrettern, die die Beinchen unzureichend stützen und die Schultern zurückziehen, bringt die Wirbelsäule in ein Hohlkreuz, bzw. überstreckt den Rücken.

Bei ungestützten Beinen und sehr schwacher Bauchmuskulatur kippt das Becken des Säuglings nach hinten und streckt den Rücken übermäßig stark. Die Erschütterung, die die Mutter bei jedem Schritt produziert, wirkt so auf die überstreckte Wirbelsäule. Das ist eine enorme Belastung für den Säugling.

Navajo baby carried in a craddle board carrier

Mutter-Kind-Kontakt ist sehr wichtig. Jedoch: das Strecken und zusammen Einbinden der Beinchen kann einen negativen Effekt auf die kindliche Hüftentwicklung haben.

Die Entwicklung einer Spondylolisthesis (Wirbelgleiten), bei der die Wirbel verrutschen um wiederholte Belastung zu kompensieren (normalerweise bei einer übersteckten Wirbelsäule) ist sehr häufig bei Bodenturnern oder Gewichthebern zu finden. Sie ist ebenso außergewöhnlich hoch in der Bevölkerung der Athabaska (Kanadische Ureinwohner), wo fast die Hälfte betroffen ist. Yochum und Rowe regten an, dass die Nutzung des Wickelbretts für die starke Verbreitung der Spondylolisthesis verantwortlich sein könnte.

Da niemand mit Wirbelgleiten geboren wird, konnten Yochum und Rowe eine genetische Disposition ausschließen. Stattdessen wiesen sie auf das Wickelbrett, eine unphysiologische Tragehilfe, als wahrscheinlichere Ursache für diese Erkrankung hin (Wong, 2004).

Auch wenn sie anders aussehen: Jede moderne Babytrage, die die Beinchen nicht in der natürlichen Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt, jede nach vorn gerichtete Trage mit Beinlöchern ist nicht gesünder für die Entwicklung des Kindes als ein Wickelbrett, da auch diese Tragehilfen, die Schulterblätter zurück ziehen und zu einer ungesunden „Hohlkreuz“ Position führen.

In Ermangelung einer angemessenen Beinstütze sind Wickelbretter und nach vorne gerichtete Tragesysteme mit Beinlöchern alle sehr ähnlich und drücken die Schultern nach hinten und setzen damit die Basis der Wirbelsäule unter Druck.

Unterstützung der Beinchen

Aufrechte Babytragen, die die Beinchen in einer Art und Weise unterstützen, als ob die Mutter das Kind natürlicherweise auf dem Arm hält, schaden in keinster Weise der kindlichen Wirbelsäule oder der Hüfte (Kirkilionis, 2002).

Naked baby on mother's hipwith knees higher than bottom in ergonomic position

Die Knie sollten höher sein als der Po des Babys. Das ist besonders in den ersten sechs Lebensmonaten wichtig, in denen die Wahrscheinlichkeit, eine Hüftdysplasie zu entwickeln besonders hoch ist.

Wenn die Beine des Säuglings genau so angehockt und gespreizt sind, wie das Kind sie selbstständig hält, wenn es aufgehoben wird, befindet sich der Oberschenkelkopf zentriert in der Hüftpfanne. Der Druck auf das Hüftgelenk, ist besonders gleichmäßig, wenn die Knie um ca. 100 Grad angezogen und ungefähr 40 Grad gespreizt sind (Kirkilionis, 2002).

Hüftdysplasie tritt nicht auf, wenn die Beine auf diese Weise gestützt werden, genauer gesagt, ist dies sogar die Position, die Kinderärzte empfehlen, um eine Hüftdysplasie zu behandeln.

Das ist das, was die Natur vorgesehen hat: Das Kind hockt auf der Hüfte der Mutter, die Beinchen um sie geschlungen, Knie gebeugt. Es ist interessant zu sehen, auf welche Weise Babytragen bei den Netsilik Inuit alltäglich ist. Die Netsilik benutzen keine Wickelbretter sondern tragen ihre Kinder im Amauti, in ihren Mänteln. Die Babys nehmen im Mantel eine hockende, gespreizte Position ein auf dem Rücken ihrer Mutter (Montagu, 1986). Keine Studien weisen auf ein Vorkommen von Hüftdysplasie oder Sponylolisthesis bei diesem Volk hin. Ihre Hüften und Wirbelsäulen entwickeln sich normal.

Eine Mutter, die ihre Arme oder ein einfaches Stück Tuch nutzt, um die Beinchen ihres Babys in einer angehockten, nach außen gespreizten Position zu halten, unterstützt Hüfte und Wirbelsäule.

Statt Stoff im Schritt, der die Beinchen nicht stützt oder die Beine zu eng zusammenhält, bringen ergonomische Tragehilfen das Kind in eine Position, wie jene auf dem mütterlichen Arm.

Der Stoff reicht bis zu Babys Knien und bietet somit ausreichende Unterstützung. Die Knie sollten mindestens auf Hüftlevel angezogen sein, um eine gute Hüftentwicklung zu garantieren.Für ein Kleinkind bieten Fußstützen eine Möglichkeit, damit die Beine nicht einschlafen und der Stoff nicht auf der Rückseite der Beine einschneidet. Mit den Beinchen auf Hüfthöhe angezogen kippt das Becken wieder nach vorne und nimmt die Belastung durch Erschütterung von der Wirbelsäule.

Verbesserung der Atmung

Befürworter einer horizontalen Trageposition in den ersten Lebenswochen könnten besorgt sein, ob das Kind genügend Sauerstoff bekommt, wenn es getragen wird, anstatt in einem Kinderwagen zu liegen.

Laut Maria Blois verbessern frühgeborene Babys, die aufrecht auf der Brust ihrer Mutter liegen, ihre Atemfunktion schneller als in einem Inkubator.

Blois berichtet außerdem von deutlich weniger auftretenden Schlafabnöen (zwischenzeitliche Atemaussetzer) und Bradykardie (Verlangsamung des Herzschlags). Der transkutane Sauerstoffgehalt sinkt nicht und zeigt, dass die Sauerstoffsättigung nicht beeinflusst wird. Diese Studien wurden an Frühchen durchgeführt, die teils weniger als drei Pfund wogen, aufrecht auf der Brust ihrer Mutter.

premature baby skin to skin in kangaroo care position on mother's chest

Wenn die aufrechte Postition für Frühgeborene die ideale ist, macht es keinen Sinn, dass sie schädlich für Neugeborene sein könnte.

Die bevorzugte Position für diese winzigen Babys ist aufrecht, normalerweise durch ein Stück Stoff gesichert. Sie gedeihen so auf der Brust ihrer Mutter besser und werden häufig früher entlassen als Frühchen in Inkubatoren (Blois 2005).

Vermeidung von Ohrinfektionen

Horizontales Liegen ist nicht nur eine schlechte Option für die Wirbelsäule, Hüfte und Cranium des Babys, sondern kann auch eine der Hauptursachen für Mittelohrentzündungen sein. Reflux des Mageninhaltes in das Mittelohr kann Entzündungen verursachen. Refluxösophagitis (engl: Gaestroesophageal reflux disease, GERD) kann bei Babys sehr häufig auftreten, da der Magenpförtner eine Zeit braucht, bis er vollständig geschlossen ist.

Eltern von Kindern, bei denen GERD diagnostiziert wurde, werden dazu angehalten, ihre Kinder aufrecht zu tragen, um die Symptome zu mildern. Wenn Kinder horizontal gelagert werden, verschlimmern sich nicht nur die Symptome, es kann auch Magenflüssigkeit in die unreife Eustachische Röhre gelangen.

Das gleiche kann auch passieren, wenn Kinder beim Füttern von Fläschchen flach auf ihrem Rücken liegen: Milch kann in den Gehörgang fließen. Eine leicht erhöhte Fütterungsposition kann diesem vorbeugen. Diese Masse in der Eustachischen Röhre kann zu Entzündungen und Bakterienherden führen.

Das Baby aufrecht zu tragen, kann also eine Präventivmaßnahme gegen Ohrinfektionen sein und die Symptome von GERD mildern (Schon, 2007).

Gleichgewicht fördern

Ein weiterer Vorteil des Babytragens ist, dass getragene Kinder deutlich mehr vestibulären Reizen ausgesetzt werden, als liegende Kinder. Unser Vestibulärsystem hilft uns mit unserem Gleichgewichtssinn, Sicherheit im Raum zu erlangen

Wenn eine Mutter ihr Kind trägt, bewegt sich das Kind vor und zurück mit den Schritten der Mutter und auf und ab durch ihr Schwingen und Schaukeln. Mama kann anhalten, sich umdrehen oder nach etwas greifen oder sie bewegt sich vorsichtig und gleichmäßig.

Durch diese verschiedenen Bewegungen wird das Kind dazu gezwungen, angemessen zu reagieren, um selbst im Gleichgewicht zu bleiben. Alle diese Bewegungen fördern Babys Vestibulärsystem. Wenn das Kind in einem Kinderwagen geschoben wird, ist das eher eine flache Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung und nicht besonders abwechslungsreich.

mom with small baby in bamboo wrap chatting with mom with a baby on hip

Es geht bergab: Das mütterliche Becken kippt von einer Seite zu anderen, während das Baby sich festhält. Mama und Baby müssen synchron sein und sich gemeinsam bewegen. Der abwechslungsreiche Bewegungsablauf spricht verschiedene Muskeln an und stimmt ihre vestibulären Systeme aufeinander ab.

Wenn ein Kind von der aufrechten Position sehr plötzlich in die liegende gebracht wird, kann das beim Kind zum plötzlichen Ausbreiten von Armen und Beinen sowie ein Öffnen der Hände auslösen; eine Bewegung, die dann wieder zurück geführt wird und in einer Faust endet, als ob es sich vom Fallen schützen wollte. Oft werden am Ende auch die Beinchen angezogen. Diese Bewegungen werden Moro Reflex genannt. Er dient als eine primitive Schutzfunktion und wird später durch den adulten Schreck-Reflex abgelöst.

Manchmal erschrickt das Baby und wedelt plötzlich mit den Armen, als ob es fallen würde, wenn es von Aufrechten auf dem Arm in eine liegende Position auf eine flache Oberfläche gelegt wird. Babys bevorzugen die Begrenzung.

Tragen, Wiegen und Schwingen stimuliert den Vestibulärapparat des Babys und helfen ihm, sich im Raum sicher zu fühlen. Die meisten Babys verbringen jedoch den größten Teil des Tages getrennt von ihrer Mutter in einer Babyschale oder einem Kinderwagen, anfällig für Schwindel und mit einem Gefühl körperlicher Unsicherheit im Raum generell.

Interessanterweise lässt sich Höhenangst und die Angst zu fliegen bei vielen Erwachsenen heute darauf zurückführen, dass sie als Baby zu wenig getragen worden sind. Getragene Babys fühlen sich sicherer und sind weniger anfällig für Höhenkrankheiten (Montagu, 1986).

Viele Fensterputzer in den frühen 1900er Jahren waren indianischer Abstammung. Es könnte sein, dass ihre Sicherheit im Freien und ihre fehlende Höhenangst darauf zurückzuführen sind, dass sie als Kind getragen wurden.

Tragen, Wiegen und Schaukeln stimulieren den Vestibularapparat eines Säuglings und helfen ihm, sich im Raum sicher zu fühlen.

Dauerhaftes Lernen

Babys haben einen Grund sich sicher fühlen zu wollen. Sie brauchen den engen Körperkontakt zur Mutter. Sie saugen alle unsere Gesichtsausdrücke auf. Aufrecht am Körper der Mutter können sie ungehindert die Welt betrachten und von ihr lernen in ihrer eigenen Geschwindigkeit.

Babys sind in einer aufrechten Position nicht nur physisch besser gestellt, sie sind auch glücklicher und ruhiger. In ihrem Buch „The Vital Touch“ sagt Sharon Heller:

Je mehr Zeit Babys in der Aufrechten verbringen, desto länger sind sie aufmerksam und ruhig. Sogar Neugeborene, die den größten Teil des Tages schlafend verbringen, hören auf zu weinen und werden munter, wenn wir sie hoch nehmen und auf die Schulter legen. Interessanterweise ist der Grad der Aufmerksamkeit des Kindes eng verknüpft mit dem Ort, an dem es sich befindet. Aufrecht in einem Kindersitz ist das Kind weniger aufmerksam als aufrecht auf dem Arm.[...]

Dass die aufrechte Position für Kinder optimal ist, macht absolut Sinn. Denken Sie daran, wie viel Zeit unsere Kinder in einer horizontalen Position verbringen, flach auf ihrem Rücken in der Wiege oder im Kinderwagen. Kann das ihre Aufmerksamkeit beeinflussen? Das ist sehr wahrscheinlich. [...] Wissenschaftler fanden heraus, dass Kinder, die zu jung sind, um selbstständig aufrecht zu sitzen, mehr lernen, wenn sie aufrecht gehalten werden.“ (Heller 1997, 94)

Stimulation der Sinne

Was für eine unfassbar stimulierende Umgebung. Das Baby lernt nicht nur über seine Umwelt durch all die verschiedenen Ausblicke, die es genießt, es ist überhaupt dazu in der Lage das zu tun. Erst ein Baby, das ruhig aber aufmerksam ist, kann all die Informationen in sich aufnehmen.

Ruhig und wachsam. Alles über die Welt heraus finden und den eigenen Platz in ihr – mit etwas Unterstützung der Mama

“Unser Körper ist ein sensorisches Füllhorn, in dem sich Lächeln, Düfte und Lachen mit wallenden Liebkosungen vermischen und das unserem Kind die ganze sensorische Welt auf dem Silbertablett präsentiert. Unser Kind wird taktil oder dermal stimuliert, indem unsere Haut die seine berührt, wie auch die Eigenwahrnehmung gefördert wird durch den Druck seiner Glieder gegen unseren Körper.

Es bekommt taktile, olfaktorische und gustatorische Reize falls wir stillen, durch unsere Milch, und vestibuläre Stimulation durch die Bewegungen, die wir machen und – wenn aufrecht getragen – durch die Anstrengung, den Kopf und das Gleichgewicht zu halten. Es bekommt visuelle Reize, wenn es um sich schaut, auditive Impulse, wenn wir Koseworte flüstern und kinästhetische Stimulation wenn wir es auf die andere Seite nehmen [...]. Wenn wir unsere Babys in einer Babyschale, auch noch außer Sichtweite ablegen, ist all diese sensorische Stimulation verloren.“ (Heller 1997, 112)

Einfachere Regulation der Systeme

Die Mutter/Kind Beziehung fördert die physiologische Regulation der kindlichen Körpersysteme. Eine Studie von 1992 hat gezeigt, dass – wenn ein Kind keinen Körperkontakt mehr zu seiner Mutter hat – die Herzfrequenz und die Körpertemperatur sinken, der Schlaf unruhig wird und das EEG sich verändert, was eine Beeinträchtigung des Regulationsprozesses seines kleinen Körpers bedeutet (Archer, 1992).

Während es von seiner Mutter getrennt ist, wird das Immunsystem des Kindes geschwächt. Sein Körper produziert keine Leukozyten mehr. Ein Effekt der durch den wiederhergestellten Kontakt zur Mutter, rückgängig gemacht werden kann (Montagu, 1986).

Gemeinsam stark

Wurzeln der Fehlinformation

Aufgrund all der Studien und den klaren physiologischen Vorteilen, die das aufrechte Tragen des Kindes am Körper der Mutter mit sich bringt, ist es schwer verständlich, warum Kinderärzte zögerlich oder sogar ablehnend reagieren, wenn ihre Patienten genau dies tun. Vielleicht kann der Grund, aufrechtes Tragen nicht zu unterstützen, darin liegen, dass die Ärzte die Mütter nicht dazu ermuntern wollen, ihr Kind „ zu verwöhnen“ oder sich zu eng aneinander zu binden.

African traditional tribe wearing colorful clothing with baby on back

Babytragen abzulehnen kann auch mit einer alten Denkrichtung zusammenhängen, die sich auf das Jahr 1928 datieren lässt, als der berühmte Behaviorist John B. Watson „The Psycological Care of Infant and Child“ veröffentlichte und damit den Kurs der Menschheit neu festlegen, indem er Kinder unabhängig machen wollte.

Seine Theorie, die alle evolutionären Verhaltensmuster und Instinkte ignoriert, war, dass wir quasi als leeres Blatt geboren werden und dass es - um eine unabhängiges Kind „zu formen“ - notwendig ist, das Kind davor zu bewahren, abhängiges Verhalten zu entwickeln.

Mit anderen Worten, wenn du das Kind hältst, wird es sich an dich hängen und nie wieder loslassen. Du sollst es nicht nur nicht tragen, sondern auch nicht herzen, küssen oder wiegen. Wenn du Zuneigung zeigst, wird dein Kind diese erwarten.

Small baby sleeping in black cotton wrap

Dieses Baby vertraut darauf, dass alle seine Bedürfnisse erfüllt werden. Aus einem Fundament des Vertrauens entspringen Sicherheit, Zuversicht und allmählich Unabhängigkeit. 

Viele unserer Großeltern und Eltern wurden von diesem Gedankengut beeinflusst.* Sie wurden von den Experten dazu gedrängt zu glauben, wenn sie ihr weinendes Baby aufnehmen, dass sie sich damit einen kleinen Tyrannen erschaffen, der sie versklavt. Unglücklicherweise hat diese psychologische Strömung tiefgreifende Auswirkungen auf pediatrisches Denken und Handeln und durchzieht auch heute noch die Gespräche zwischen Müttern und Kinderärzten (Montagu, 1986).

*Deutschland nimmt hier eine Sonderstellung ein. Der starke behavioristische Einfluss in der frühkindlichen Erziehung rührt größtenteils von einem höchst erfolgreichen nationalsozialistischen Erziehungsratgeber „Die Deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer, der in leicht veränderter Form noch bis in die achtziger Jahre verkauft wurde. (Anm. des Übersetzers)

Evolutionäres Bedürfnis nach Körperkontakt

Viele Mütter sehen sich immer noch dazu gedrängt, die harschen Erziehungsmethoden zu befolgen, die ihren Eltern und Großeltern eingeimpft wurden. Diese mechanistischen Methoden führen weit zurück. Der Anthropologe James McKenna behauptet, dass dadurch, dass unsere Babys sich öfter in einer Babyschale wiederfinden als auf unserem Arm, sie sich „im Widerspruch zur Evolution“ befinden.

small baby left alone in crib

Babys sind nicht darauf angepasst, ihre Zeit allein zu verbringen.

small baby sleeping skin to skin on mother's chest

Die Bedeutung des Körperkontakts kann nicht wichtig genug genommen werden.

“So gut wie all unsere Biochemie und Physiologie wurden auf das Leben als Jäger und Sammler ausgerichtet, in dem Babys von ihren Müttern getragen wurden“, schreibt McKenna.

Unsere Kultur mag sich weiter entwickelt haben, aber unser evolutives Bedürfnis nach Körperkontakt bleibt. Säuglingsgehirne haben sich so entwickelt, dass sie Enge und Nähe – getragen werden – erwarten: um sich sicher zu fühlen, für ihr psychologisches, physisches und mentales Wachstum, um ihre physiologischen Proszesse zu unterstützen und zu stabilisieren und um ihr Immunsystem zu stärken (Field 2003).

"Körperkontakt ist keine emotionale Zusatzleistung. Er ist so notwendig, wie die Luft zum atmen." (Heller 1997, 5)

Den Kinderwagen zur Ausnahme machen

Auch wenn die meisten westlichen Eltern sich ein Leben ohne Kinderwagen nicht vorstellen können, sind diese nicht so schonend für unser Kind, wie wir vielleicht meinen. Für eine lange Zeit allein flach auf dem Rücken in einem Kinderwagen zu liegen, ist nicht das, worauf wir evolutiv programmiert sind. Flach auf dem Rücken zu liegen ist keineswegs entlastend für die Wirbelsäule, den Kopf und den Nacken eines Neugeborenen.

Ein Kinderwagen kann uns gute Dienste leisten, aber er ist kein Ersatz für das Getragen werden.

Kein Spielzeug kann die Freude hervorrufen wie das mütterliche Gesicht. Allein, gegen ein Stück Stoff zu starren, mit dem der Hersteller das Verdeck des Kinderwagens bezogen hat, ist kein Vergleich zur detailreichen Umwelt, die das Kind selbstständig entdecken kann, wenn es sich mit der Mutter zusammen durch den Tag bewegt.

Aufrecht am Körper der Mutter passt diese sich perfekt an die Bewegungen des Kindes an und umgekehrt, wie zwei Tanzpartner. Die beiden schaffen einen eigenen Rhythmus, physisch und psychisch und bewegen sich synchron. Auch die tollsten „state of the art“ Kinderwägen können nicht die Wärme des mütterlichen Körpers spenden, ihren beruhigenden Geruch, ihre abwechslungsreichen Bewegungen, und die einfühlsamen mütterlichen Reaktionen, die für das körperliche Wachstum und die mentale Gesundheit des Kindes so essentiell sind, besonders zu Beginn in der kritischen Zeit, in der das Gehirn so schnell wächst, wie nie wieder im Leben.

Kinderwagen sind nicht per se schlecht. Babytragen und Kinderwagen schließen sich nicht gegenseitig aus, solange das Kind gut gelaunt ist und auf seine Signale geantwortet wird, wenn es anzeigt, dass es jetzt lieber gehalten werden möchte (zur Mutter gewandt ist dabei zu bevorzugen, um Interaktion und Kommunikation zu ermöglichen) (Zeedyk, 2008).

Zusammenfassung

Babys flach auf den Rücken zu legen, stellt also keine Erleichterung für die kindliche Wirbelsäule, die Hüften, den Nacken und das Gemüt dar. Die Natur hat vorgesehen, dass Kinder getragen werden. Aufrecht mit guter Beinunterstützung ist die bevorzugte Position für ein Baby und sie ist sanft genug, keine physische Belastung, selbst für Frühchen hervorzurufen.

Genau da, wo er sein muss.

Eine Mutter sollte auf ihr Herz hören. Wenn sie ihr Kind eng am Herzen trägt, wählt sie nicht nur die nützlichste und physiologisch förderlichste Methode, ihr Kind mit sich zu führen, sondern hält auch die optimale Umgebung für sein psychisches und emotionales Wachstum vor.

Quellenangaben:

Archer, J. (1992). Ethology and Human Development. Rowman.

Blois, M. (2005). Babywearing. Pharmasoft Publishing.

Bonnet, E.. (1998 ). In Points made during discussions regarding the carrying of Infants and small children, Published in Krankengymnastik 50 Jg (1998) No.8

Crisholm, J, & . (1983). Navajo Infancy: An Ethological Study of Child Development. Aldine Transaction.

Field, T.(2003). Touch. First MIT Press.

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